Was geschieht in der Therapie?

 

  • Untersuchung: Es erfolgt ein ausführliches Erstgespräch (Anamnese) mit dem Patienten und den Angehörigen. Danach erfolgt die Befunderhebung in den Bereichen Ruhe- und Sprechatmung, Stimmgebung, Artikulation und Schlucken. Außerdem werden die am Sprechen beteiligten Muskeln und das spontane Sprechen beurteilt. Hierzu werden standardisierte Testverfahren, orientierende Verfahren und Gespräche eingesetzt. Zur Sicherung der Diagnose und Abgrenzung von weiteren Sprech- und Sprachstörungen werden auch Testungen aus dem Bereich Aphasie und Sprechapraxie durchgeführt.

  • Therapie: Die Therapie enthält je nach Störung individuell zusammengestellte Übungen. Je nach Störungsbild wird in mehreren Bereichen gearbeitet (z.B. Stimmgebung, Aussprache, Betonung). In der Therapie werden bis dahin hoch automatisierte Bewegungsmuster wieder bewusst gemacht und trainiert.

  • Beratung: Die Beratung beinhaltet die Aufklärung über Ursachen, Auswirkungen und Ziele der Therapie. Es werden gezielte Hilfestellungen für den Umgang mit der Störung im Alltag gegeben und Kommunikationsstrategien entwickelt. Auch die Angehörigen werden beraten und in die Therapie mit einbezogen. Die bewusste Auseinandersetzung mit der Erkrankung ist ein wichtiger Bestandteil der Therapie.

  • Ziel: ist die Verbesserung der Verständlichkeit und der Stimmgebung. Die Muskeln die am Sprechen und der Stimmgebung beteiligten sind sollen wieder besser koordiniert werden. Je nach Ausprägung der Störung ist eine Lockerung oder Kräftigung der Muskulatur erforderlich. Außerdem sollten die noch intakten Funktionen optimiert und Ressourcen geweckt werden. Wenn eine Wiederherstellung bestimmter Fähigkeiten nicht möglich ist, so müssen in der Therapie auch kompensatorische Strategien erlernt werden. Bei fortschreitenden Erkrankungen muss dass bewusste Steuern von bis dahin automatisierten und unbewusst ablaufenden Vorgängen trainiert werden. Der Patient soll lernen seine Bewegungen zu kontrollieren. Eine Dysarthrophonie kann nicht „geheilt" werden. Durch die logopädische Therapie kann aber eine Verbesserung und ein besserer Umgang mit der Störung erzielt werden. 

  • Interdisziplinärer Austausch: Die Zusammenarbeit und der fachliche Austausch mit z.B. Ärzten (insbesondere Neurologen und HNO-Ärzten), Ergotherapeuten, Physiotherapeuten und Psychologen ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Therapie.