mögliche Störungen - Schluckstörung/Dysphagie - Störungsbilder - Praxis für Logopädie Surmann Berlin (Pankow)

Folgende Störungen können beim Schlucken auftreten:


Der Schluckablauf lässt sich in drei für die Therapie wesentliche Phasen einteilen, hiernach lassen sich auch die Störungen unterscheiden:
Es kann zu einer Störung vor, während und/ oder nach dem Schlucken kommen (= prädeglutitiv, intradeglutitiv, postdeglutitiv). Folgende Störungen können auftreten: 

  • Störung der Kauphase (orale Vorbereitungsphase) - prädeglutitiv: Es kommt zu Schwierigkeiten vor dem eigentlich Schluckvorgangs innerhalb des Mundraumes. Das Abbeißen, das Kauen und die Bewegung der Zunge können gestört sein. Der Transport der Nahrung kann durch Störungen der Zungenbeweglichkeit eingeschränkt sein. Es kann hierdurch z.B. zum Austritt von Speichel oder Nahrung aus der Mundhöhle kommen. Zum Teil kann es auch zu einem vorzeitigen und somit unkontrolliertem Abgleiten der Speise/ der Flüssigkeit in den noch ungeschützten Kehlkopf kommen bevor der Schluckreflex ausgelöst werden konnte. 

  • Störung der Transportphase im Mundraum (oralen Phase) - praedeglutitiv: Es kommt zu Schwierigkeiten bei dem willkürlichen Transport des bereits zerkleinertem Speisebolus bis zum Zeitpunkt der Auslösung des Schluckreflexes. Die Zungenbeweglichkeit, die Muskelspannung im Mundraum und die Auslösung des Schluckreflexes können hierbei beeinträchtigt sein. 

  • Störung des eigentlichen Schlucken (pharyngealen Phase) - intradeglutitiv: Es kommt zu Schwierigkeiten während des eigentlichen Schluckvorgangs. Der Schluckreflex, die Muskelspannung im Rachen und Kehlkopf, die Schutzmechanismen im Kehlkopf und die damit verbundene Beweglichkeit des Kehlkopfes können stark beeinträchtigt sein. Hierdurch kommt es häufig zu einem Verschlucken und zur Ansammlung von Nahrungsresten im Bereich des Kehlkopfes. Es kommt dann häufig zu einem vermehrten Husten und zu einer "gurgeligen" Stimme. Es besteht hier akute Aspirationsgefahr (= Verschlucken, Ersticken)!

  • Störung der Trasportphase in der Speiseröhre (ösophagealen Phase) - postdeglutitiv: Es kommt zu Störungen bei dem Transport des Speisebreis von der Speiseröhre in den Magen. Bei Störungen kann es zum Rückfluss von Speisebrei in die Speise- und Luftröhre nach dem eigentlichen Schluckakt kommen. Auch hierdurch ist somit ein Verschlucken möglich. Häufig kommt es hierdurch zu "Sodbrennen" (= Reflux). 

  • Störung der Vorbereitungsphase vor der eigentlichen Aufnahme der Nahrung in den Mund - antizipatorischen Phase: Da zum Schlucken eine gewisse Bereitschaft vorhanden sein muss, besteht noch eine so-genante „Vorphase“. Sie besteht vor Aufnahme der Nahrung. Das Gehirn bekommt durch Gerüche und Blicke signalisiert, dass gleich Nahrung aufgenommen wird. In diese Phase fällt auch die Bewegung der Nahrung zum Mund hin. Diese vorbereitenden Eindrücke sind wichtig für die Konzentration, Muskelspannung und den Speichelfluss. Es kann durch Störungen des Sehens, des Schmeckens, des Riechens und der Fein- und Grobmotorik zu Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme kommen. Das Gehirn bekommt nicht ausreichend signalisiert, dass es gleich das Kommando zum Kauen, zur Speichelproduktion und zum Schlucken geben muss. Der Transport der Nahrung in den Mund kann durch Bewegungseinschränkungen der Arme und der Hände stark beeinträchtig sein, so dass die Nahrung nicht gezielt genug in den Mund geführt werden kann und/ oder das Abbeißen erschwert wird. Auf diese Schwierigkeiten muss im Rahmen der Schlucktherapie zusätzlich eingegangen werden.